Stefan Lubinger ist Weltmeister!

Er belegte bei den Worldskills 2011 in London in der Kategorie „Confectioner/Pastry Cook“ Platz 1. Im Interview erzählt er über seinen Erfolg, weitere Ziele und gibt uns Back-Tipps.

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Gruppenfotos

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Bei der Arbeit, Schaustück

Bei der Arbeit, Schaustück

Der junge Freistädter Konditor Stefan Lubinger ist Weltmeister! Er hat bei den Worldskills 2011 in London in der Kategorie „Confectioner/Pastry Cook“ die Goldmedaille für sein süßes Kunstwerk gewonnen! Damit setzte er sich gegen 17 Top-Nachwuchs-Konditoren aus der ganzen Welt durch. Mehlspeiskönig hat den sympathischen Weltmeister interviewt:

Wie fühlt man sich als „frischgebackener“ Weltmeister

Richtig gut. Zu Beginn war es kaum zu fassen, denn alles geht so schnell. Da ist zuerst der Bewerb, auf den man ein Jahr lang hinarbeitet. Danach war diese imposante Siegerehrung in der O2-Arena in London. Alleine dort dabei zu sein, ist schon eindrucksvoll. Du wirst vor 8.000-9.000 Leuten auf die Bühne gerufen und erst, wenn dein Name auf der Vidiwall erscheint, realisierst du, dass du gewonnen hast. Das ist schon ein Wahnsinns-Gefühl.

Können Sie uns etwas über den Bewerb erzählen: Wie läuft die Veranstaltung ab?

Wir waren mit dem ganzen Team Austria zehn Tage lang in London. In den ersten Tagen gab es eine Eingewöhnungsphase zum Kennenlernen. Sightseeing stand ebenfalls am Plan. Der eigentliche Wettbewerb dauerte dann vier Tage lang. In mehreren Arbeitsproben musst du die Jury von deinem Können überzeugen. So werden auch einfache Sachen wie das Backen eines Biskuits oder kleine Arbeitsproben verlangt. Am Tag zwei geht es dann vor allem um das Arbeiten mit Marzipan, zum Beispiel das künstlerische Kreieren von bunten Tieren. Das Ganze stand unter dem Motto „wildlife and flowers“. Dann kommt das eigene Schaustück an die Reihe. So habe ich ein ein Meter hohes Kunstwerk aus Zucker gemacht. Am dritten Tag sind zwei Arbeitsproben abzuliefern: Pralinen und Tellerdesserts. Tag vier steht dann ganz im Zeichen der winzigen Desserts, die nicht mehr als 25 Gramm haben dürfen. Auch zwei Torten müssen gebacken werden: Eine davon zum Verkosten, bei der anderen steht das Dekor im Vordergrund.

„Jetzt freue ich mich schon wieder auf das klassische Backen: das Ausstreifen eines Teiges oder das Streichen einer Creme!“ (Stefan Lubinger)

Wie war die Stimmung unter den Teilnehmern?

Einen richtigen Konkurrenzkampf habe ich aber nicht gespürt. Wir haben uns alle toll verstanden und ich habe jetzt viele E-Mail-Adressen von tollen Konditoren weltweit in meinem Adressbuch. Mit dem koreanischen Teilnehmer zum Beispiel hatte ich immer eine große Gaudi.

Wie groß war Ihre Aufregung?

Unterschiedlich. Vor allem, wenn ungeplanter Stress dazukommt, ist es eine Herausforderung. So wurden zum Beispiel am ersten Tag die Lebensmittel zu spät geliefert. Die Planänderung hatte zur Folge, dass wir die Mittagspause vorverlegen und sechs Stunden durcharbeiten mussten. Da geht man schon an seine Grenzen. Ich war aber wirklich gut vorbereitet und das hat sich letztlich ausgezahlt. So war ich 3-4 Wochen vor dem Bewerb in einem speziellen Quartier der BÄKO am Trainieren. Dort hatte ich die Möglichkeit, die Bewerbsituation exakt nachzustellen. Wir haben alles genau so aufgebaut, wie es laut dem uns vorliegenden Plan auch in London sein sollte. Auch die teuren Geräte waren dort vorhanden und so konnte ich das alles eine Woche lang durchspielen. Ich bin der BÄKO wirklich dankbar, dass sie mich da so unterstützt hat.

Sie sind die dritte Meister-Generation in der Konditorei Lubinger. Wurde Ihnen der Berufswunsch Konditor bereits in die Wiege gelegt oder hatten Sie auch einmal andere Pläne?

Eigentlich hat mich das immer schon begeistert. Gleich nach dem Schulabschluss habe ich diesen Lehrberuf ergriffen.

Was begeistert Sie generell am Backen?

Im Moment freue ich mich schon wieder auf ganz klassische Aufgaben, wie zum Beispiel das Ausstreifen eines Teiges oder das Streichen einer Creme. Ein Jahr lang habe ich mich wirklich auf das Arbeiten mit Dekor konzentriert. Da hat man es meist mit ganz kleinen Mengen zu tun. Jetzt freue ich mich einfach auf das Mitarbeiten im Betrieb.

Haben Sie Tipps speziell für junge Leute, die gerne backen?

Im Moment sind es die Becher-Desserts, die supergut ankommen. Diese können problemlos für eine Party gemacht werden. Man nimmt eine Biskuit- und eine Cremeschicht und braucht nicht soviel Gelantine, da der Becher für Stabilität sorgt.

Haben Sie eine Lieblings-Mehlspeise?

Ich bin generell ein Süßer. Die Frage ist schwer zu beantworten, aber spontan würde ich jetzt sagen einen klassischen Kuchen.

Was sind Ihre weiteren Ziele und Pläne?

Jetzt bin ich noch bis 21. November daheim und arbeite im Familienbetrieb mit. Dann geht’s auf Saison ins Hotel Trofana Royal nach Ischgl. Dort gibt es auch wieder viel Neues zu lernen, auf das ich mich freue. Ich war ja bislang immer in der Konditorei tätig, dort bin ich dann in einem Hotelbetrieb. Da gibt es viel Neues zu erfahren, zum Beispiel in Hinblick auf Tellerdesserts und das Anrichten. Ich freue mich schon darauf!

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