Paris – die heimliche Schokoladenhauptstadt der Welt?

Paris ist immer eine Reise wert. Ganz besonders für leibhaftige Schoko-Gourmets, die mehr auf den Kakaoanteil als auf den Preis achten.

Zahlreiche Schokoladenschätze verbergen sich in der Stadt der Liebe. Wer eine Naschtour durch Paris plant, muss einen Stopp bei „Chocolat Debauve & Gallais“ einlegen. Der erste Eindruck wird dich vielleicht ein wenig verwundern. Ein mächtiger, für Schokoladengeschäfte eher ungewöhnlicher Verkaufstisch zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Die Angestellten tragen weiße Handschuhe, was klinisch-steril wirkt. Um dies aufzuklären, bedarf es einer historischen Anekdote: Schokolade kam ursprünglich als Nebenprodukt der Apotheker nach Paris. Sie wurde dafür verwendet, unangenehm schmeckende Medikamente geschmacklich aufzuwerten. Damit stand sie auch nur Besserverdienern bzw. dem Adel zur Verfügung. Der Gründer von „Chocolat Debauve & Gallais“, Sulpice Debauve, war einst ebenfalls ein angesehener Apotheker, der Berühmtheiten wie Ludwig XVI beraten hatte. Erst ab dem Jahr 1800 sattelte er komplett auf die Schokoladenproduktion um. Eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte. Aufgrund seines hervorragenden Rufes wurde er rasch zum persönlichen Lieferanten von Ludwig XVIII, Charles X oder Louis-Philippe. Noch heute zählen viele Franzosen zu den wahren Schokolade-Kennern: Milchschokolade wird kaum gegessen, vielmehr zählt Qualität und Kakaoanteil. 

Das Haus der Schokolade

Ein Pflichtbesuch ist die Einkehr im „La Maison du Chocolat“: „The Art of Chocolate“ ist hier mehr als nur eine leere Floskel. Die hauseigenen Schokoladen- und Pralinenkreationen sind wahrhafte Kunstwerke. Sowohl optisch als auch geschmacklich überzeugen die kleinen Köstlichkeiten. Aber wie so oft gilt: Qualität hat ihren Preis – 4 Stück Pralinen kommen auf rund 6 Euro. Dafür hat das Geschäft den Ruf, dass es hier die weltbesten Pralinen gäbe. Kunstvoll gestaltete Schokolade findet man auch beim Chocolate Artist Patrick Roger in Saint Germain en Laye. Ebenso kreativ gestaltet sind die Schaufenster des Chocolatiers.

Allein die Website ist schon ein Erlebnis

Ebenso liebevoll wie die Homepage ist auch das Hauptgeschäft der renommierten Chocolaterie „À la mère de famille“ gestaltet. 1761 wurde die Boutique von Pierre Jean Bernard im Herzen von Paris gegründet. Hier findet man Schokoladespezialitäten ebenso wie Confiserie und Marmeladen. Die Liste namhafter Chocolatiers, die in Paris eine Filiale haben, könnte hier noch schier endlos weitergeführt werden. Letztlich muss man es aber selbst erleben: Ein Besuch und das eigenständige Erkunden der süßen Welt in der Stadt der Liebe lohnt sich bestimmt. Wer nicht schon beim Ansehen des Klassikers „Chocolat“ auf den Geschmack gekommen ist, hat vermutlich jetzt einen Gusto bekommen. Um diesen zu stillen, haben wir ein Rezept einer französischen Tarte au chocolat für dich vorbereitet.

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