Warum können Buchteln Glück bringen?

Klingt komisch, war aber früher wirklich so. Was heute das Casino oder die Lotterie ist, waren einst die Buchteln. Ein findiger Wirt hatte nämlich kleine Zettel mit Glücksnummern für die Lotterie in die Buchteln eingebacken. Wer auf den Jackpot biss, hatte gleich zweimal gewonnen: Einmal den Genuss der herrlichen Mehlspeise plus eine schöne Geldsumme!

Buchteln

In Oberösterreich wurde wohl schon die eine oder andere Wirtshauspartie zum Streitgespräch: Heißt es jetzt Buchteln oder Wuchteln? Beide Bezeichnungen sind je nach Region möglich. In Bayern werden sie auch als Ofen- oder Rohrnudeln bezeichnet. Egal, wie sie genannt werden, eines haben sie gemeinsam: Sie sind ein typisches Gericht aus der böhmischen Küche, das aus Germteig besteht und mit oder ohne Füllung serviert wird. Als Klassiker gelten Füllungen wie Marillenmarmelade, Mohn, Powidl, Mohn, Topfen oder einfach nur Rosinen. Am besten schmecken sie heiß und mit Vanillesoße serviert.

Dessert aus der Wiener Küche

Buchteln sind ebenfalls ein „böhmischer Beitrag“ zur Wiener Küche. In der Biedermeierzeit wurden in Wien besonders gerne sogenannte Ternobuchteln gegessen. Wer jetzt ans Glücksspiel denkt, liegt goldrichtig. Erfunden wurden diese Ternobuchteln von einem innovativen Wirt Nebenhey beim Agnesbründl am Hermannskogel. Seine Buchteln zeichneten sich dadurch aus, dass er kleine Zettel mit Glücksnummern für die Lotterie (Terno) eingebacken hatte: „6 aus 45“ zum Durchkosten quasi. Eine Alternative wären auch die böhmischen Dalken. Ihnen wurde einst nachgesagt, dass sie das Gebäck sind, das ein „dalkerter“ (tollpatschiger) Koch verpfuscht hat. Wir sagen: Egal, ob Glücksbuchteln oder „verpfuschte“ Dalken, hauptsache es schmeckt!

Wer jetzt einen Gusto bekommen hat: Hier gibt's ein geniales Rezept für Buchteln!

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