Süß und scharf

Chili verleiht Süßem das gewisse Extra, weiß Tatjana Vetter von Lovely Sweet Chili

Lovely Sweet Chili

Vor ein paar Wochen haben wir einen Anruf in der Mehlspeiskönig-Redaktion bekommen mit der Frage, wo es denn Erdbeer-Chili-Marmelade in Wien zu kaufen gibt. Die Recherche führte uns zu Lovely, Sweet Chili aus Mönchhof im Burgenland und der Chili-Frau Tatjana Vetter.

Sie kocht mit Leidenschaft gesund und scharf, wie auch ihr gleichnamiges Rezeptbüchlein sagt. Dem Mehlspeiskönig hat die ausgebildete Köchin im Interview ein paar Tipps für süß-scharfe Sachen verraten.

Mehlspeiskönig: Woher kommen die scharfen Sachen für die Produkte von Lovely, Sweet Chili?

Tatjana Vetter: Die Chilis kommen aus unserem Garten. Wir haben unser eigenes Saatgut und züchten unsere verschiedenen Chili Sorten selbst. Der größte Teil des verwendeten Obst stammt ebenfalls aus unseren Garten. Da wir bei der Verarbeitung darauf achten keine künstlichen Farbstoffe, Aromastoffe oder Konservierungsmittel zu verwenden, ist es uns auch wichtig zu gewährleisten, dass die Chilischoten, die wir verwenden, frei von Pestiziden oder sonst was sind!

Mehlspeiskönig: Wie wird scharfes Essen zum Genuss?

Tatjana Vetter: Das ist ganz einfach und geht ohne Hexerei. Wichtig ist, dass man auf die Dosierung der Schärfe achtet. Wenn das Gericht zu lind ist kann ich jederzeit mehr Schärfe zugeben. Falls ich aber zu viel verwendet habe, ist das Wegnehmen nicht mehr gegeben. Lieber öfter und bewusster abschmecken.
Für mich ist Kochen immer Leidenschaft und Essen Genuss! Und da scharfes Essen die Geschmacksnerven anregt, ist es ein doppelter Genuss, da ich die anderen Gewürze intensiver schmecke.

Mehlspeiskönig: Süß und scharf, wie passt das zusammen?

Tatjana Vetter: Das passt sehr gut zusammen, mein Lieblingsbeispiel ist da immer unser Erdbeer-Chili-Fruchtaufstrich. Die Erdbeere ist ja eine sehr fruchtige und süße Beere, die sich viele nicht vom Esstisch wegdenken können, egal wie sie verarbeitet ist.
Es ist aber so, dass durch die Zugabe von Thai-Chili die Frucht abgerundet wird. Der Fruchtaufstrich hat eine leichte Schärfe, aber auch einen einzigartigen fruchtigen Geschmack. Wer einmal damit begonnen hat hört selten wieder auf, denn der normalen Marmelade fehlt danach einfach das gewisse Etwas.

Mehlspeiskönig Gibt's ein Lieblingsrezept für ein süß-scharfes Dessert?

Tatjana Vetter: Das ist ganz klar das Bananen-Chili-Tiramisu!

Mehlspeiskönig: Was muss man beim Einkochen von Chili und Obst beachten?

Tatjana Vetter: Generell sollte man beim Einkochen beachten, dass die Ware frisch und nicht verfault ist. Egal ob Obst oder Chilis. Wenn man merkt, dass die Frucht nicht mehr im einwandfreien Zustand ist, ist es besser sie nicht einzukochen. Denn das kann sich sehr wohl auf die Haltbarkeit auswirken.
Es stimmt zwar, dass beim Kochen einige Bakterien getötet werden, aber da man sein Eingekochtes ja länger verzehren, verschenken oder wie wir verkaufen möchte, ist es wichtig auf die Frische zu achten und dass nur 1A-Ware verarbeitet wird.
Aus leicht angeschlagenen Früchten mache ich meistens eine Sauce, die wir dann zu Kuchen oder Keksen noch am selben Tag essen. Ebenso mache ich gerne Shakes daraus. Und natürlich sollte man auch die Temperatur beachten und die Zeit. Wenn ich meine Marmelade gerne flüssig habe, sind 4-5 Minuten ausreichend, habe ich sie gerne fester 6-9 Minuten. Und bitte nicht auf kleine Flamme zurückdrehen. Sprudelnd kochen und rühren, rühren, rühren damit sich nichts anlegen kann. Gläser und Deckel sollten immer heiß gewaschen und im Backofen bei 110°C 10 steril gemacht werden. Bei der ersten Verwendung reicht es, den Deckel heiß zu waschen. Wenn man diese Kleinigkeiten beachtet, steht dem Erfolgreichen Einkochen nichts mehr im Wege.

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