Wärme mit Pfiff

Was hat der Jagatee mit EU-Recht zu tun? Eine Runde „Jagatee“ sorgt bei der Hüttengaudi für Stimmung und wärmt von innen. Mit Schwarztee und Rum zauberst du dadurch rasch ein geniales Getränk für deine Hüttenzauber-Party zuhause.

Serviert als Aperitif oder zum herzhaften Germknödel oder den verführerisch-süßlich duftenden böhmischen Dalken ist er der ideale Seelenwärmer.

Typisch österreichisch

Der Jagatee – bei unseren deutschen Freunden auch als Jägertee bezeichnet – ist eine typisch österreichische Spezialität. Laut einer EU-Richtlinie ist er ein Produkt mit geographischer Angabe, muss also in Österreich hergestellt werden und Inländer-Rum enthalten. Produkte, die diese Kriterien nicht erfüllen, dürfen nur als „Förstertee“ oder „Hüttentee“ bezeichnet werden. Industriell werden in Österreich jährlich rund 600.000 und in Deutschland 400.000 Liter Jagatee hergestellt. Du kannst dir deinen Jagatee ganz einfach selbst zaubern und ihn nach Belieben mit Zimt, Fruchtsaft oder Orangenstücken verfeinern. Genossen wird er stets dampfend heiß und – da er nicht unbeachtliche 12 bis 15 Volumenprozent Alkohol enthält – auch nur in Maßen.

Vom Wald in die Skihütte

Ursprünglich wurde der Jagatee von Jägern, Waldarbeitern und Förstern im Winter getrunken. Grund: Das Arbeiten bei Wind und Wetter wurde ein wenig erträglicher, wenn ihnen der Jagatee von innen her ordentlich einheizte. Er kommt aus Vorarlberg und Tirol, hat sich aber heute soweit durchgesetzt, dass es auf der Skihütte kaum mehr ohne geht. 

Wie wäre es mit Powidltatschkerln dazu?

Wer sich den Hüttenzauber nach Hause holt, braucht natürlich eine leckere und herzhafte „Unterlage“ bzw. Raffinesse zum hochprozentigen Jagatee dazu. Ein Klassiker aus der Wiener Küche sind die Powidltascherln. Sie werden auch Powidltatschkerl genannt, was von der urböhmischen Eingemeindung in die multikulturelle Wiener Küche herrührt. Das Wort „Tatschkerl“ kommt wiederum vom altfranzösischen „targe“, was soviel bedeutet wie „kleines Schild“. Wer also einen Hüttenzauber-Abend plant, ist damit bestens „gewappnet“. 

Glückskinder setzen auf Buchteln

Die legendären Buchteln mit Vanillesoße dürfen natürlich fürs perfekte „Hitt’n“-Feeling nicht fehlen. Sie sind ebenfalls ein „böhmischer Beitrag“ zur Wiener Küche. In der Biedermeierzeit wurden in Wien besonders gerne sogenannte Ternobuchteln gegessen. Wer jetzt ans Glücksspiel denkt, liegt goldrichtig. Erfunden wurden diese Ternobuchteln von einem innovativen Wirt Nebenhey beim Agnesbründl am Hermannskogel. Seine Buchteln zeichneten sich dadurch aus, dass er kleine Zettel mit Glücksnummern für die Lotterie (Terno) eingebacken hatte: „6 aus 45“ zum Durchkosten quasi. Eine Alternative wären auch die böhmischen Dalken. Ihnen wurde einst nachgesagt, dass sie das Gebäck sind, das ein „dalkerter“ (tollpatschiger) Koch verpfuscht hat. Wir sagen: Egal, ob Glücksbuchteln oder „verpfuschte“ Dalken, hauptsache es schmeckt!

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