Kipferlgeschichten

Ob Halbmond, Hörnchen oder Croissant – Hauptsache es schmeckt!

Kipferl

Um die Entstehung des Kipferls ranken sich viele Geschichten. Im frühen 17. Jahrhundert taucht das Kipferl in einer Mödlinger Bäckerei nachweislich auf. Am meisten wird die Geschichte erzählt, dass die Wiener das gebogene Gebäck in der Zeit der Türkenbelagerung in Anlehnung an den Halbmond kreiert hätten. Jedes Mal, wenn ein Wiener beherzt in ein Kipferl gebissen hat, verspeiste er sozusagen einen türkischen Feind gleich mit. Eine ähnliche Geschichte wird auch in Ungarn erzählt, allerdings mit Budapest als Schauplatz.

Doch nur ein Hörnchen

Urkundlich erwähnt wurde das gebogene Backwerk aber schon im 12. Jahrhundert. Das Wort „Kipferl“ lässt sich aus dem althochdeutschen Wort „kipfa“ ableiten, welches das Horn eines Ziegenbocks bezeichnete. Schon lange vor dem 17. Jahrhundert wurden Gebäcke in Halbmondform als heidnische Bräuche gebacken. Auch in Klöstern wurden zu Ostern hörnchenförmige Brötchen gebacken. Gerade in der Osterzeit hat die Tiersymbolik in der Kirche Tradition.

Vom Kipferl zum Croissant

Es wird erzählt, dass das österreichische Kipferl dem französischen Croissant als Vorbild gedient haben soll. Ludwig der XVI nahm Marie Antoinette, die Tochter der Kaiserin Maria Theresia, zur Frau. Durch sie soll das Kipferl, damals noch aus Briocheteig, an den französischen Hof gekommen sein. Erst Ende des 19. Jahrhundert wurde in Frankreich das heute bekannte Croissant aus feinem Plunderteig gebacken.

Kipfel oder Kipferl

Die Qualität eines Kipferls verrät gleich der Name: Während ein einfaches Brötchen aus Hefeteig nur Kipfel genannt wird, ist ein raffiniertes Kipferl aus feinblättrigem Plunder- oder süßem Mürbteig.

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