Kulinarik im Kino

Von der Leinwand auf das Tischtuch

Cinemafestival

Schon seit den Anfängen der Filmgeschichte hat die Kulinarik im Kino seinen Platz. Die Brüder Lumière waren die ersten Cineasten, die im Jahr 1895 vor zahlendem Publikum Filme zeigten und in ihrem einminütigen Kurzfilm „Die Mahlzeit des Babys“ (Repas de bébé) das Essen zum Thema machten.

Tortenschlacht und Charakterfiguren

In der Stummfilmzeit war die Tortenschlacht ein beliebtes Mittel, um Komik zu inszenieren. Von Charlie Chaplin bis Laurel & Hardy wurden alle großen Stars der Stummfilmära in eine süße Schlacht verwickelt. Der Genuss rückte erst einige Jahrzehnte später in den Mittelpunkt.

Nach dem Motto „Du bist, was du isst“ wurde Essen im Film oft auch zur nachdrücklichen Charakterisierung einzelner Figuren oder Gruppen verwendet. Traditionell stärken sich die Mafiosi in „Der Pate“ mit italienischen Speisen von Spaghetti bis Lasagne und die dekadenten Wohlstandsbürger im Film „Das große Fressen“ zeigen die negativen Folgen unserer Überflussgesellschaft. Unvergessen bleibt auch der Film „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann, in dem sich eine Runde älterer Herren beim Genuss des gleichnamigen Getränks alte Schulgeschichten erzählt.

Liebe geht durch den Magen

Vor allem romantische Komödien und Liebesfilme bedienen sich gern der süßen Dessertküche, um ihre Hauptfiguren in sinnlichen Szenen zu zeigen. In „9 1/2 Wochen“ verführt Mickey Rourke mit Früchten, Juliette Binoche erklärt uns in „Chocolat“ die aphrodisierende Wirkung von aromatisierter Schokolade und René Zellweger isst in „Bridget Jones“ Schokolade am liebsten schon zum Frühstück.

Guatemaltekischer Liebeszaubertrank
Heiße Schokolade mit Cayennepfeffer aus dem Film Chocolat:

  • 100 g Bitterschokolade
  • 1/2 l Milch
  • 2 Vanilleschoten
  • 1/4 l Wasser
  • 2 EL Honig
  • 50 g Rohrzucker
  • 10 g Cayennepfeffer
  • 2 g Salz
  • 5 cl Rum

Milch mit Vanilleschoten erwärmen, die Bitterschokolade darin auflösen und mit lauwarmem Wasser verdünnen. Mit Honig, Zucker, Cayennepfeffer, einer Prise Salz und Rum abschmecken. Die Trinkschokolade heiß servieren. Rezept gefunden auf schlemmerkino.de

Kulinarisches Kino

Im Rahmen der Berlinale findet seit 2007 die Reihe „Kulinarisches Kino“ statt, die sich mit Filmen rund um Ernährung und Umwelt beschäftigt. Dabei stehen nicht nur appetitanregende Streifen auf dem Programm, sondern auch Filme, die die oft katastrophalen Zustände in der Lebensmittelindustrie aufzeigen. Zuletzt stand die Reihe im Februar 2014 unter dem Motto „We like it hot... und lassen nichts anbrennen“.

Festivaldirektor Dieter Kosslik dazu: „Der Gebrauch des Feuers und die Fähigkeit zu kochen unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen. Doch das Feuer bedroht auch die Nachwelt, denn die Erwärmung des Globus hat ein bedrohliches Ausmaß angenommen. Tun wir etwas und lassen nichts anbrennen.” Kurator des Kulinarischen Kinos ist Regisseur Thomas Struck, der mit Filmrezepte jetzt auch die Verbindung von Kino und Kochen in Buchform veröffentlicht hat.

Bild: CANNES, FRANCE - MAY 17: Palais des Festivals facade shown and the official poster 65th Annual Cannes Film Festival at Palais des Festivals on May 17, 2012 in Cannes, France. 
cinemafestival / Shutterstock.com

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