Von durstigen Nonnen und besoffenen Kapuzinern

Schon einmal von einer „durstigen Nonne“ abseits des Klosters gehört? Damit wird eine Variante des beliebten österreichischen Desserts „Besoffener Kapuziner“ bezeichnet.

Der besoffene Kapuziner gehört zu Österreich wie der Steffl (Stephansdom) nach Wien. Jeder heimische Mehlspeisgourmet kennt ihn und weiß dieses saftige Dessert zu schätzen. Sein Herzstück ist ein großes Stück Haselnusskuchen, das in Wein oder Gewürzwein getränkt und mit Schlagobers serviert wird. Seinen Namen verdankt die süße Köstlichkeit der Farbe der Mehlspeise, die einer Kapuzinerkutte ähnlich sieht. In der Wiener-Kaffeehaus-Kultur gibt es übrigens eine eigene Kaffeespezialität, die als Kapuziner bezeichnet wird. Dafür wird ein Mokka mit einem Schuss Schlagobers verfeinert, sodass wieder eine braune Farbe ähnlich einer Kapuzinerkutte entsteht. Der italienische Cappuccino ist aus dem Kapuziner entstanden.

Nusskuchen deluxe

Der Kuchenteig des besoffenen Kapuziners besteht im Wesentlichen aus Nüssen, Mehl, Eier, Zucker, Salz und Wasser. Dann wird er entweder auf einem Blech gebacken und in Stücke geschnitten oder in kleine Förmchen gegossen. Das Krönchen des Desserts ist aber eindeutig die verführerische Flüssigkeit, die dem Kapuziner erst seinen Namen gibt: Dafür wird Wein mit Orangen- und Zitronensaft sowie Zucker aufgekocht, mit Rum verfeinert und auf den Kuchen geträufelt. Welcher Wein sich dafür am besten eignet, weiß unser Experte und Weintipps-Geschäftsführer Markus Baumann (siehe Interview). Das sprichwörtliche Sahnehäubchen ist dann – im wahrsten Sinn des Wortes – der Schlagobers. Wird der „besoffene Kapuziner“ in einer großen Tortenform gebacken, so spricht man von einer „durstigen Nonne“.

Das Beste aus den Trauben

Da es bald wieder an der Zeit für die Weinlese ist, bereitet der Mehlspeisgourmet-von-Morgen bereits die besten Rezepte mit den süßen Trauben und edlen Tröpfchen vor. Besonders erfrischend mit einem trockenen Weißwein ist das Sabayon. Sommerlich warm wird einem dagegen beim Gedanken an eine köstliche Traubenterrine mit Minzschaum. Sobald es ein bisschen herbstlicher wird, kann man sich den lauen Abend mit einem Rotwein-Granité in pochierter Birne versüßen. Dann ist es auch an der Zeit, die ersten Rotwein-Zwetschgen einzulegen.

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