Bauernkrapfen oder Knieküchle?

Hast du schon einmal von Knieküchle gehört? Besser bekannt ist diese herzhafte, winterliche Delikatesse unter der Bezeichnung „Bauernkrapfen“.

Bauernkrapfen

Wenn unser Wochenthema „Winter-Genuss“ lautet, darf einer sicher nicht fehlen: Der Bauernkrapfen! Diese wärmende Köstlichkeit aus Germteig wird in heißem Schmalz schwimmend ausgebacken und ist in der deutschen und österreichischen Küche ein echter Klassiker. Im Bayrischen kennt man ihn unter „Auszogne“ oder „Schmalznudel“, im Schwäbischen als „Fensterkiachle“, in Tirol als „Kiachl“ und in Oberfranken als „Streubla“.

Übers Knie gelegte Krapfen

Der etwas seltsame Name „Knieküchle“ rührt daher, dass die Bäckerinnen in Franken einst den Teig über dem Knie ausgezogen haben. Ziel war es, dass er in der Mitte so dünn wird, dass man theoretisch einen Liebesbrief hindurch lesen kann. Aus dieser Zeit stammt der legendäre Ausspruch: „Willst Du schöne Schüssel-Küchle backen, so brauchst Du breite Knie“.

Mit oder ohne Rosinen oder Marmelade?

Hauptbestandteil der heimischen Bauernkrapfen ist ein Germteig. Seine Form ähnelt einem Wagenrad, das außen dick ist und in der Mitte ganz dünn. Die genaue Ausarbeitung variiert von Region zu Region. So werden sie oftmals mit Rosinen verfeinert, mit Zucker bestreut oder mit frischer Marillenmarmelade serviert. In Tirol dagegen wird meist Preiselbeermarmelade oder sogar Sauerkraut dazu genossen.

Bauernkrapfen als Zeichen der Religionszugehörigkeit

In der Vergangenheit wurden Bauernkrapfen vor allem in der Erntezeit oder an besonderen Festtagen serviert. In Franken erkannte man sogar an der Erscheinung des Bauernkrapfen, ob der Koch einen „katholischen“ oder „evangelischen“ Hintergrund hat. Ein „katholischer“ Krapfen wird in der Mulde mit Zucker bestreut, der „evangelische“ dagegen entlang der äußeren Erhebung.

Hier geht’s zum Rezept für ausgezogene Bauernkrapfen.

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