Compliment to the Chef

Komplimente gibt es auch vom Mehlspeiskönig, wenn Sonja Planeta auf ihrem Blog „Compliment to the Chef“ Cake Pops in Kükenform kreiert, Cupcakes liebevoll verziert und uns mit dem Foto einer Feigen-Mascarponetarte das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Ganz persönlich und wunderbar köstlich sind sie, die Einblicke in das kulinarische Leben von Sonja Planeta. Beim Betrachten der Bilder und Schmökern in den Texten und Rezepten spürt man förmlich, dass sie mit Liebe kocht und bäckt. Neben von ihr getesteten Rezepten findet man auch Gastrotipps aus dem Wiener Raum bzw. überall sonst, wo es die sympathische Bloggerin noch so hinverschlagen hat. Als Sous-Chef und Vorkoster dient ihr Herzblatt, aber auch ihr Vater ist in Nebenrollen auf dem Blog vertreten. Damit kann man schon fast von einer kleinen kulinarischen Familienleidenschaft sprechen. Wir haben Sonja über ihre Liebe zum Backen und Genießen interviewt.

Woher kommt deine Liebe zum Kochen und Genießen?
Gute Frage... Ich weiß von Erzählungen meiner Eltern, dass ich schon als Kind immer und überall kosten musste. Niemand, der etwas Essbares in der Hand hatte, war vor mir sicher. Jahre später dann der Auszug daheim, die eigene Küche, der Freund, der genauso gerne isst und genießt und die gemeinsame Freude daran, selber zu kochen und neue Sachen auszuprobieren. Begonnen haben wir dann mit Kleinigkeiten, mit selbstgemachtem Pizzateig zum Beispiel, der ersten eigenen Pasta, einfachen Brotrezepten und irgendwie schaukelt sich das Ganze immer mehr und mehr nach oben und ehe man sich versieht, schmort eine Martinigans im Ofen, wird der Powidl selbst eingekocht oder Croissants gebacken.

Was macht deiner Meinung nach die Österreichische Küche so besonders?
Ihre Vielfältigkeit, die sie den verschiedenen Einflüssen unserer Nachbarländer zu verdanken hat. Dann natürlich die Nachspeisen; wo bitte gibt es sonst so viele schmackhafte Desserts!? Außerdem die regionalen Spezialitäten, die die Küchen der einzelnen Bundesländer auszeichnen und für Abwechslung sorgen. Und schließlich die Tatsache, dass sich die österreichische Küche noch immer weiter entwickelt, nach wie vor neue Einflüsse anderer Länder aufnimmt und auch offen ist für Neuinterpretationen alter Klassiker.

Wie bist du auf die Idee gekommen, deinen eigenen Blog zu starten?
Schreiben war schon immer eine Leidenschaft. Dann kam vor circa einem Jahr das Interesse an Blogs hinzu, die vielen Anfragen von Freunden, ob ich nicht Rezept- oder Lokaltipps habe und schwupps war der Blog online.

Was zeichnet deinen Blog „Compliment to the Chef“ aus?
Zum einen hoffentlich meine Fotos, die ich für einen Food Blog als sehr wichtig erachte und die zum Nachkochen anregen sollen. Deshalb gibt’s bei mir auch selten lange Texte oder Erklärungen; man soll beim ersten Hinschauen direkt Gusto bekommen und sich an die Arbeit machen. Zum anderen möchte ich auch meine persönliche Freude am Essen vermitteln und aufzeigen, dass es oft nicht viel braucht, weder Zeit noch Geld, um tolle Sachen zu kreieren. Da geht’s dann auch vielmehr um dieses wunderbare Gefühl, wenn man den ersten Bissen macht, die frischen Zutaten und verschiedenen Aromen schmeckt und weiß, dass man das ganz allein auf die Reihe gekriegt hat.

Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du ein Rezept ausprobierst oder nicht?
Ich entscheide wohl primär nach dem Foto. Dann natürlich nach den Zutaten, sind diese frisch oder wird hauptsächlich mit Fertigprodukten gearbeitet? Und: Woher bekomme ich die Zutaten? Reicht der (Super)Markt ums Eck oder muss ich dafür durch halb Wien in ein Fachgeschäft fahren? (Zweiteres ist mir offen gesprochen manchmal nämlich einfach zu aufwändig.) Wie lange dauert die Zubereitung; wie schnell und wie leicht geht das Rezept von der Hand? Sind vielleicht Zutaten/Gewürze enthalten, die mich kulinarisch reizen und die ich gerne ausprobieren möchte? All das - und wahrscheinlich noch mehr - spielt für mich bei der Rezeptauswahl eine Rolle.

Was sind deine Mehlspeis-Lieblingsrezepte (idealerweise mit Link)?
Ich liebe das Mousse au Chocolat von meinem Freund (ist das eine Mehlspeis??), warmen Schokokuchen mit flüssigem Kern, Muffins in allen Varianten nach diesem traumhaften Grundrezept von Cynthia Barcomi, Marillenknödel, Germknödel, Apfelstrudel, Blechkuchen, am liebsten mit Marillen, aber im Grund ist mir (fast) jedes Obst recht, Trüffeltorte, die Erdbeertorte à la Plachutta – ach, ich könnte diese Liste ewig fortsetzen...

Hast du vielleicht ein paar (gar nicht so geheime) Backtipps für unsere Leser?
Auch wenn es abgedroschen klingt: Übung macht den Meister. Bitte nicht verzweifeln, wenn‘s beim ersten Mal nicht so klappt, wie geplant. Ich habe mittlerweile schon so viel gebacken und trotzdem gehen auch bei mir noch ab und zu Sachen schief; etwa wenn der Teig im Ofen überläuft, Biskuit beim Aufrollen bricht oder der Kuchen in der Form kleben bleibt. Beim nächsten Mal bin ich dann einfach schlauer und weiß derartige Patzer zu vermeiden. Und: Kenne deinen Backofen. Meiner hat zum Beispiel nur Ober- und/oder Unterhitze, die Temperatur ist grundsätzlich 10 Grad kühler als angegeben und die Hitze ist hinten stärker als vorne - dennoch gelingen mir Kuchen, Brot & Braten. Ich trickse dann einfach, drehe die Temperaturanzeige ein wenig höher, behalte die Gerichte im Auge, um notfalls gleich reagieren zu können, nach halber Backzeit drehe ich das Backblech um, damit gleichmäßig gebräunt wird und so weiter. Das funktioniert ganz prima, man muss halt nur wissen, wie man mit den Macken des Ofens umgehen muss.

Hier geht's zu dem tollen Blog "Compliment to the chef".

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