"Es schmeckt wia dahoam!"

Marlies Heinritzi serviert in ihrem Kramerladen noch traditionelle Mehlspeisen

Marlies Heinritzi

Die pure Lust am Landleben

Mit ihrem Buch weckt Marlies Heinritzi buchstäblich Die pure Lust am Landleben. Dem Mehlspeiskönig hat sie Einiges über ihre Arbeit als Kräuterpädagogin und Mehlspeisköchin verraten.

Mehlspeiskönig: Sie haben Ihr Wissen über traditionelle Mehlspeisen noch von Mama und Oma gelernt und jetzt im Buch "Die pure Lust am Landleben" festgehalten. Warum ist es Ihnen so wichtig, dass dieses wertvolle Wissen nicht verloren geht?

Marlies Heinritzi: Weil es bodenständige, traditionelle Rezepte sind aus regionalen, heimischen Produkten, die jeder zur Hand hat bzw. sich ganz leicht beschaffen kann. Und gerade im Zeitalter des Fastfood finde ich es schön, den Besuchern nahe zu bringen was früher gegessen wurde - und wie des schmeckt. Es wäre schade, wenn das verloren ginge.
Auch sind es meist nahrhafte und kostengünstige Gerichte. Gut geeignet für Familien und erfahrungsgemäß essen Kinder sehr gerne Mehlspeisen. Da wir auch viele ausländische Besucher haben, ist es schön, ihnen die bayerische Küche näher zu bringen. Für mich sind Kindheitserinnerungen damit verbunden - die ich nicht missen möchte.

Mehlspeiskönig: Sie führen den Kramerladen im Freilichtmuseum Glentleiten, dort geht es auch darum, altes Wissen und Brauchtümer zu erhalten. Sind die Gäste auch an den kulinarischen Schätzen der Vergangenheit interessiert?

Marlies Heinritzi: Ja meine Kunden sind sehr an den kulinarischen Gerichten aus der Vergangenheit interessiert. Ich glaube, die Zielgruppe, die das Museum besucht, ist ja generell an der Vergangenheit interessiert, sonst wären sie nicht im Museum - und das schließt das Essen mit ein. Und dann hören wir natürlich oft die Sätze "Mei wie früher daheim, da gab's des a zum Essen…" oder "Es schmeckt wia dahoam!" oder "Des hab i ja scho lang nimma gegessen. Super dass Ihr des noch machts!"
Und oft wird auch fachgesimpelt im Kramerladen, die Kunden fragen nach Rezepten oder welches Mehl wir nehmen und in manchen Gegenden wird das gleiche Gericht etwas anders her gestellt oder hat einen anderen Namen. Der Austausch darüber ist sehr interessant und bringt uns näher zusammen.

Mehlspeiskönig: Welche Mehlspeisen werden in Ihrem Kramerladen in Glentleiten am liebsten gegessen?

Marlies Heinritzi: Am liebsten werden im Kramerladen Topfenstrietzl, Rohrnudeln und Scheiterhaufen gegessen. 

Mehlspeiskönig: Als Kräuterpädagogin und Phytopraktikerin wissen Sie auch um die Heilkraft der Pflanzen Bescheid. Welche tun denn im Frühling besonders gut?

Marlies Heinritzi: Für eine Teekur zum Stoffwechselanregen im Frühjahr eignen sich besonders junge Brennnesselbläter, Birkenblätter und Löwenzahnblätter jeweils 2 Wochen als Tee getrunken. Oder als Mischung mit Gänseblümchen und Schlüsselblumenblüten. Auch der Bärlauch regt den Stoffwechsel und die Gallebildung an, fördert die Verdauung und wirkt harntreibend. 

Mehlspeiskönig: Nennen Sie uns noch Ihre persönliche Lieblings-Mehlspeise?

Marlies Heinritzi: Meine Lieblingsmehlspeise ist Bröselhafer, auch Kartoffelschmarrn genannt. Zusammen mit Sauerkraut und Apfelmus. Dieser Geschmack von süss und sauer mit den Kartoffeln einfach himmlisch...

Fotos: Maira Falconi Borja

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