Lebkuchen in aller Munde

Mit dem kalten November startet quasi offiziell die Kuschel-Zeit. Genascht wird alles, was Herz und Seele wärmt. Neben gebrannten Mandeln und heißer Schokolade hat jetzt auch der heißgeliebte Lebkuchen wieder Hochsaison.

Lebkuchen wird auch als Pfeffer-, Gewürz-, Labe-, Lebens- oder Honigkuchen bezeichnet: Geschmacklich sind alle Lebkuchen-Sorten ähnlich, doch bei den Gewürzen schwört jeder Konditor auf sein eigenes Geheimrezept. 

Voller orientalischer Gewürze

Meist wird Honig als Süßungsmittel verwendet. Gewürze aus dem Orient verleihen dem Lebkuchen dann seine besondere Note: von Nelken, Zimt, Anis, Koriander, Kardamom, Ingwer, Vanille bis hin zu Muskat ist alles vertreten. Für den Backspaß zuhause gibt es mittlerweile auch eine eigene Lebkuchen-Gewürzmischung.

Frei von Mehl und Germ

Germ hat im klassischen Lebkuchen nichts verloren: Vielmehr wird Pottasche oder Hirschhornsalz als Triebmittel verwendet. Verfeinert werden die Zelten dann ganz individuell mit Schokolade, Nüssen, Mandeln, Orangenzesten, Rosinen u.v.m. Oftmals wird auch kein Mehl zum Backen verwendet sondern stattdessen Ölsamen.

Wer hat's erfunden?

Eines ist klar: Lebkuchen wird schon seit vielen Jahrhunderten genascht. So gibt es bereits Zeugnisse, dass um 350 v. Chr. bei den alten Ägyptern honiggesüßte Küchlein erzeugt wurden. Bei den Römern sprach man vom sogenannten "panus mellitus", ein Kuchen bestrichen mit Honig und gebacken. Damals war der Lebkuchen kein reiner Adventbrauch, sondern wurde vielmehr um die Oster- oder Fastenzeit zu einem Starkbier serviert. So wie wir den Lebkuchen heute kennen und lieben, wurde er in Belgien erfunden, in Aachen verfeinert und schließlich in den fränkischen Klöstern perfektioniert. Eine richtige Gemeinschafts-Errungenschaft war er quasi, der Lebkuchen. Im 14. Jahrhundert wurde er vermehrt in Männerklöstern gebacken, da er lange haltbar war. In schlechten Zeiten wurde er dann an die Bevölkerung verteilt. Eine richtiggehende Lebkuchen-Kultur entstand vor allem in Städten, die einst Handelsknotenpunkte waren, denn diese hatten den besten Zugang zu orientalischen Gewürzen. Nürnberg ist bis heute noch eine traditionsreiche Stadt der Lebkuchen-Erzeugunger und -genießer. Für alle, die jetzt einen Gusto auf Lebkuchen verspüren, haben wir hier ein tolles Rezept. Mehlspeiskönig wünscht gutes Gelingen und eine gemütliche Kuschel-Zeit!

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