Panettone – Festtagsgebäck zum Anbeißen

Was bei uns die Kekse sind, ist in Mailand der Panettone: Er wird traditionell zu Weihnachten gemeinsam mit der Familie verzehrt. Damit ist er in Italien mittlerweile zum süßen Symbol für den heiligen Abend geworden.

Der Panettone ist eine Kuchenspezialität, die aus Italien stammt. Doch auch in Südamerika (Peru) erfreut er als Weihnachtskuchen die Gesichter und Mägen der Bewohner. Seine Form erinnert an einen 20 Zentimeter hohen Gugelhupf mit einer kuppelförmigen Wölbung.

Ursprünglich nicht fertig gebacken

Traditinell erzeugt man Panettone aus einem weichen, nicht fertig gebackenen Teig, der auch kandierte Früchte und Rosinen enthält. Zum Servieren wird er dann in Scheiben geschnitten und mit Zucker bestreut. Da er manchem ein wenig zu trocken ist, wird gerne ein Gläschen Wein, ein Häferl Cafe oder Kakao dazu gereicht. In den alten Rezepten wurde Weizensauerteig als Triebmittel verwendet, heute dagegen die klassische Backhefe.

Nach altem Familienrezept

In Italien gab es lange Zeit nur drei bekannte Panettone-Hersteller, die ihre Ware auch fertig abgepackt zur Verfügung stellte: Die Betriebe Motta, Alemagna und Le Tre Marie gelten als die Panettone-Experten des 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt deswegen stand vor 100 Jahren der Begriff „Motta“ auch für diesen Weihnachtskuchen. Bis heute noch finden sich in Norditalien zahlreiche kleine Betriebe, die den Panettone nach alten Familienrezepten herstellen. Bei der industriellen Zubereitung gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied, der sich auch im Geschmack bemerkbar macht: Aufgrund der europäischen Nahrungsmittelverordnung soll der Teig nicht halbfertig gebacken sein. Daher wird er in den im Handel erhältlichen Kuchen vollständig gebacken. Zusätzlich werden gegorene Trockenfrüchte zur Verfeinerung eingesetzt.

Legenden rund um den Panettone

Wie bei so vielen Mehlspeisen gibt es auch einige Legenden rund um die Erfindung des Panettone. Im Grunde beudetet Panettone "großes Brot", doch die Entstehungsgeschichten sind eigentlich viel schöner: So soll einst Antonio Cova, ein schwer verliebter Mailänder Bäckerlehrling, den Kuchen erfunden haben. Er wollte damit das Herz seiner Angebeteten erobern. Nicht nur sie, sondern ganz Mailand soll er mit diesem Kuchen verzaubert haben. Darum kannte bald jeder das „Pane di tonio“, aus dessen Name dann verkürzt „Panettone“ entstanden sein soll. Antonio kam zu Ehre und Ansehen und konnte so seine - eigentlich standeshöhere - Geliebte zu seiner Frau machen. Die zweite Legende spielt ebenfalls in Mailand: Dem Koch am Hof des Herzogs Ludovico Sforza passierte ausgerechnet am Weihnachtsabend ein Missgeschick: Der Dessertkuchen war angebrannt. In seiner Not kreierte er mit den Teigresten des Küchengehilfens Tonio schnell einen Kuchen und verfeinerte ihn mit Sultaninen und kandierten Früchten. Die adelige Gesellschaft war vom "pane di tonio" begeistert und der Panettone war geboren.

Hier geht's zum Rezept für Mini Panettone.
Hier geht's zum Basteltipp: Grußbotschaften für den Panettone.

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