Frühlingsbote Holunder

Die süßen Blüten schmecken als Saft, Gelee oder im Backteig

Holunder

Jeder kennt wohl das Märchen von Frau Holle. Dann kennt auch jeder die germanische Göttin Holla, die weiße Blüten in Federn verwandelte und es auf der Erde schneien ließ. Die Göttin Holla (Holda oder Hohe, wie sie auch genannt wird) schützt Pflanzen und Menschen.

Der Lieblingsstrauch der germanischen Göttinnen

Mit dem Holunderbusch wurde nicht nur die Muttergöttin Holla, die als strahlendes Himmelslicht verehrt wurde, in Verbindung gebracht. Auch die Liebesgöttin Freya soll in dem Strauch wohnen. Als man noch fest an germanische Göttinnen glaubte, war es streng verboten einen Hollerbusch zu beschädigen oder gar zu fällen. Schlimme Krankheiten würden über jenen herfallen, der es wagte, dem Holunder einen Zweig zu krümmen. Es wird berichtet, dass die Menschen sogar noch im 17. und 18. Jahrhundert um Verzeihung baten, wenn sie einen Holunderbusch fällen wollten, um Heilmittel daraus zu gewinnen.

Ein altes Hausmittel

Schon seit der Antike gilt Holunder als Heilmittel. Hippokrates (460-377 v. Chr.) zum Beispiel empfahl Holunderbeeren als abführendes und harntreibendes Mittel. Auch die Wurzel, Blätter, Rinde und Beeren fanden Verwendung. So schreibt man den Blüten eine schweißtreibende Wirkung zu, die bei allen Erkältungskrankheiten helfen soll. Der Saft soll wahre Wunder bei Rheuma, Neuralgien und Ischiasleiden bewirken und die abgeschabte Rinde oder zerkleinerten Wurzeln des Holunderbusches sollen den Körper zum Entwässern anregen. Der Lieblingsbaum der Göttin Holla gilt also seit jeher als Apotheke der armen Menschen.

Rezepte mit Holunderblüten

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